Warten auf Weihnachten - Jõule ootamas

Es dauert noch ein paar Tage bis Weihnachten, und die Tage vergehen wie im Flug!

Mit der ganzen Familie waren wir noch einmal bei dem Sumpfgebiet in unserer Nähe, um Schlittschuh zu laufen. Mein Gastvater hat mit einer Drohne Luftaufnahmen gemacht, auf denen wir als kleine bunte Punkte mitten in der Tümpel-Landschaft zu sehen sind. Wir konnten wunderschön dahingleiten, Kreise drehen und Fangen spielen. Wir haben auch Engel auf dem Eis abgebildet, indem wir uns auf den Rücken legten und mit den Armen Flügel machten sowie mit den Beinen Engelskleider.

Letzten Freitag haben wir einen Ausflug nach Tartu gemacht, das ist die zweitgrößte Stadt Estland und die älteste Stadt des Baltikums. Die ehemalige livländische Hansestadt wird 2024 neben Bad Ischl in Österreich und der norwegischen Stadt Bodø eine der drei Europäischen Kulturhauptstädte sein.

tartu2024

Zuerst haben wir einen Wildpark besucht und ganz viele Tiere gesehen: Füchse, Rentiere, Elche, einen Bären und noch viele andere. Es war sehr stimmungsvoll, durch den leicht verschneiten Park zu spazieren.

Elch im Wildpark

Wegweiser-Schild im Tierpark

Danach waren wir in einem Museum über die Eiszeit, welches für die ganze Familie interessant war. In estnischen Museen ist immer für jeden etwas dabei. In den Ausstellungen ist vieles sehr modern und multimedial gestaltet, so dass es spannend für Jung und Alt ist.
In Estland gibt es über 250 Museen, deswegen wird das Land auch als „Museumsland“ bezeichnet. Dadurch, dass Bildung und Wissen für die Esten sehr wichtig sind, sind sie auch große Ausstellungsfans - sogar mit die Fleißigsten ganz Europas.

estnisches Museum

Als es schon langsam dunkel wurde, ging es weiter zum lustigen Falschrum-Haus. Das ist ein ganz normales Haus, ganz normal ausgestattet mit Möbeln, Geschirr, Bilderrahmen, usw., und es hat sogar eine Sauna. Aber: Das Haus steht auf dem Kopf, und alles drinnen ist sozusagen verkehrt herum!

Falschrum-Haus

Man läuft auf der Zimmerdecke herum, weicht den Deckenlampen aus, sieht die Pfanne unten auf dem Herd, aber kann sich nicht auf einen Stuhl an den Tisch setzen, denn der steht ja nicht echt auf dem Boden! Das war total witzig - so viele andere Einblicke und Perspektiven!

Falschrum-Haus von innen

Doch da das Haus auch schräg gekippt ist, wurde mir fast ein bisschen schwindelig von dem ganzen an-der-Decke-Laufen, so dass ich mal in einer Fensternische ausruhte. Und beim Blick nach draußen war dort … auch alles verkehrt herum!

Im Falschrum-Haus

Zum Schluss spazierten wir noch durch die Innenstadt von Tartu, die wunderschön geschmückt war. Wir waren kurz auf dem Weihnachtsmarkt beim Rathaus und auch bei der Universität, für die Tartu berühmt ist.

Weihnachtsmarkt in Tartu

Sie wurde 1632 von dem schwedischen König Gustav II Adolf gegründet. Die Uni ist die älteste Estlands, eine der ältesten in Nord- und Osteuropa und gehört laut den World University Rankings von 2020 zu den besten 1,2% der weltweit besten Universitäten.
Sie ist Estlands einzige Volluniversität, das heißt, man kann hier Medizin, Jura, Theologie, Kunst, Naturwissenschaften, Mathematik, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften studieren - auf Estnisch, aber vieles auch in englischer Unterrichtssprache.

Tartu Universität

Auf dem Weg zum Rathaus steht ein gelber Rahmen. Diese Rahmen, das Symbol für das Magazin National Geographic, wurden im Sommer 2013 in Südestland aufgestellt und sollen Besucher auf Entdeckungstour einladen, so wie der in Tartu. Das drehbare Rechteck kann das berühmte Schiefe Haus einrahmen oder eben den Blick zum Weihnachtsmarkt, der aber umso schöner wird, je dichter man sich ihm nähert.

Der letzte Stopp war dann das Zuhause von Verwandten meiner Gastfamilie, die hier in Tartu leben. Dort verbrachten wir den Abend, aßen lecker, tranken Glögi und spielten Verstecken. Erst spät ging es wieder zurück nach Hause.

Es war wieder ein wunderschöner Ausflug, und es hat sehr viel Spaß gemacht!

An den anderen Tagen vor Weihnachten waren wir zu Hause. Ich konnte ausschafen, habe Weihnachtsgeschenke verpackt, gelesen und beim Backen geholfen. Mit zwei meiner Gastgeschwister habe ich eine kleine Radtour durch die Gegend gemacht. Das war das dritte Mal, dass ich hier Fahrrad fahre.

Und nun kann es ruhig Weihnachten und noch mehr Winter werden!

Liv Marit - go est...

Liv Marit - go est...

Mein Name ist Liv Marit
und ich verblogge hier alles rund um mein Austauschjahr in Estland.